Das Parfum

"Das Parfum" ist einer der wenigen deutschen Bücher, die es auf die internationalen Bestsellerlisten geschafft haben. Vielleicht ist es das Lebendigwerden von Gerüchen, das Ersetzen des Geruchssinnes durch die Sprache, das Autor Patrick Süßkind so meisterhaft beherrscht, das das Buch so interessant werden lässt.
Aber könnte so eine Geschichte auch in Wirklichkeit passieren? Werden wir viel stärker von unserer Nase geleitet, als uns das bewusst ist? Darüber macht sich Eva Maria Rodriguez Ibanez Gedanken.
Auch die Figur des Helden Grenoille, der gleichzeitig ein Anti-Held ist, fasziniert den Leser. Dieser Figur auf die Spur zu kommen, versucht Steffi Burk.


Der Film ist bei uns auf großen Anklang gestoßen, im Durchschnitt würden wir 9 von 10 Punkten für das Kinoerlebnis vergeben.  Doch bewährt sich Tom Tykwers Werk auch als ernsthafte filmische Interpretation des Romans? Bettina Stirba ist sich da nicht ganz sicher. Auf Widerspruch stößt sie da allerdings bei Alexandra Keding, die den Film dem Buch vorzieht.
Egal, wie man den Film einschätzen mag - dass das Umarbeiten einer Romanvorlage in ein Drehbuch eine ganz eigene Kunst ist, ist klar. Schließlich muss der Drehbuchschreiber den Schauspielern nicht nur den Text liefern, sondern sie auch anleiten,  welchen Effekt ihr Auftritt erzeugen soll, wie sie Körper, Stimme und Requisiten einsetzen müssen und, und, und. Liane Steinhäuser hat sich dieser Herausforderung gestellt und für einen kleinen Ausschnitt aus "Das Parfum" ein Drehbuch geschrieben.

Auch wir haben versucht, Gerüche zu beschreiben. Vorgabe war der lapidare Satz ".... riecht wie ...". Die Ergebnisse finden Sie unten.

"... riecht wie ..." - Geruchserlebnisse in der 1c

Padawan

von Colin Rosenberg
Mein Kater verbringt zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter die meiste Zeit draußen. Er bringt diese Gerüche mit zu mir auf den Arm. Ich reiche hinter seinen Ohren, ob die Sonne scheint, dann fühlen sie sich wie weicher Sand aus Samt an.

Sein Bauch verrät mir ob er sich in einem Keller rumgetrieben oder auf nassem, erdigem Untergrund auf Beute gewartet hat. An seinem Hinterkopf riecht es wie ein Baby, aber keine von Menschen, ganz anders. Es ist ein Duft, der mich meistens bezaubert. Nach sauberem Fell, aber auch nach unerklärlichen Dingen. Dinge, die meinen tiefsten Zuneigungen wie auf Kommando aus meinem Bauch kommen lassen.

 

Weihnachten

von Linda Pickenbach
Weihnachten riecht nach holzigen Tannenzweigen, süßlich nach gebrannten Mandeln und in der Luft schwebt der schwere Geruch von warmen Tee und heißen Glühwein. In Hintergrund ist eine leichte Frische von Ingwer zu erahnen.

 

Freizeit

von Liane Steinhäuser
Freizeit riecht wie ein Rosengarten, in dem die Rosen in der Nachmittagssonne gerade ihren Duft entfalten. Ein leichter Wind, der ihre Extrakte in ein mildes Parfum der Natur verwirbelt. Hauchzarte Duftwolken, die in die Nase steigen und nach langen Atemzügen fordern. Ein pastellartiges Rosa, ein süßes Rot und ein frisches blumiges Weiß zelebrieren dem Olfaktorium eine Symphonie der königlichen Charaktere unserer Natur.

 

Glück

von Dina Pickel
Glück riecht wie frischer Sommerregen mit Sonnenschein und einem Regenbogen am Himmel.

 

Cocktail

von Eva Schulz
Ein frischer Cocktail riecht nach einem sinnlichen, fruchtigen Erlebnis der Erdbeere. Der ansprechende Duft von Mandel und Rum lässt das Gefühl aufkommen, ihn mit einem Schluck austrinken zu wollen.

 

 

Meer

von Daniela Sommer
Das Meer riecht so intensiv nach Frische, Freiheit, so intensiv salzig. Wer in seiner Nähe war, riecht salzig, so intensiv, dass man es in der Luft schon schmecken kann. Es riecht so intensiv salzig, das man an nichts anderes in seiner Nähe denken kann als an Freiheit und unendliche Weite. Wenn ein Lüftchen geht, wird dieser intensive salzige Duft noch umhüllender und intensiver, dieser Duft durchdringt jede Pore und setzt sich in ihr fest. Man hat das Gefühl, völlig eins zu werden mit diesem tiefen blauen Ozean, seiner Freiheit, seiner Mystik.

 

Qualm

von Christian Rabhansl
Die Sonne geht unter. Es legt sich die dunkle, schützende Hülle über das Land. Ich sitze im Schneidersitz auf der Terrasse, die Stille beobachtend, den vorbeiziehenden Qualm durch meine Nase realisierend. Was wiegt ein Päckchen Traurigkeit verglichen mit weißen Noten, welche einem die Sinne vernebeln. Es wiegt wie Leichtigkeit, der Nebel, der einem den Duft einer Rosenbrise assoziieren lässt, befreiende Leichtigkeit. Vermischt mit dem Wohlwollen einer lauen Sommernacht, holt einen dieser Duft auf den Boden der etwas anderen Tatsachen hinauf. Es zeichnen sich Muster in der Schwärze der Nacht. Die Luft steht still. Es bleibt nur der Rauch, der mit einem holzigen Geschmack mich aus der balsamhaftigen Realität ins stinkende Tal der Finsternis zurück schmeißt. Räucherstäbchen sind alle. Ich renne zum nächsten Markt.

 

 

Grün

von Benjamin Fleischmann
Die Farbe grün riecht wie ein klarer Frühlingsmorgen, reich nach Sauerstoff, wie die erwachte Wiese nach dem Sonnenaufgang. Saftig und kraftvoll wie frisch gemähtes Gras und zugleich mit dem fruchtig, blumig, aromatischen Aroma wilder Blumen. Grün riecht nach Hoffnung, nach unerschütterlichem Vertrauen und dem entschlossen Wagemut, der uns Dinge verändern lässt. Grün ist Wiederkehr und Veränderung, Grün riecht „gut“. Grün riecht „grün“.

 

 

Der Geruch im Altenheim

von Sylvia Walter
Es riecht vermodert, fast schon unerträglich. Geruch von Desinfektionsmittel vermischt sich leise und unmerklich mit dem Duft der Angst vor dem Tode, der allgegenwärtig über den Menschen schwebt. Auch fäkaler Gestank ist zu vernehmen. Die Pfleger haben oft keine Zeit, ständig die Windeln der Alten zu wechseln. Auch die Mundhygiene lässt merklich nach, schlechter Atem ist ein ständiger Begleiter.

 

 

Ein frisch bezogenes Bett

von Steffi Burk
Gerade wenn es neu bezogen wurde, die Sonne es durchs Fenster erwärmt hat, verströmt es einen wunderbaren Duft. Dieser Duft ist warm, wie wenn man Wäsche zum Trocknen aufhängt. Man könnte meinen, das Laken hat die warmen Sonnenstrahlen aufgefangen. Legt man sich hinein, denkt man beim ersten tiefen Atemzug an einen warmen Sommertag. Duftend grünes Gras, mit einem Hauch von warmer Erde versetzt und mit einer wohlduftenden Note Parfum des Waschmittels. Man wird umgeben von diesem warmen Duft, der einen wie ein Vorhang umhüllt und in den Schlaf begleitet.

 

 

Süßer Tod

von Kai Kugler
Wie schwere Riesenhände sich um einen Hals legen, um ihn zu erwürgen, so legt sich auch das Duftgemisch um meine Wahrnehmung. Zuerst drückt es zart, doch nach dem nächsten Atemzug schwinden langsam das Seh- sowie das Gleichgewichtsvermögen immer schneller unter dem grausamen Gemenge von Blumen- und anderen Düften, meist chemisch grausamer Art, schnell hindurch! Anders geht es nicht. Und wenn man es geschafft bis zur Hälfte die Luft anzuhalten, dann wirkt die restliche Hälfte doppelt so schlimm. Erst eine viertel Stunde, nachdem ich es roch, sind meine geplagten Sinne wieder in Ordnung. Und erst nach einer halben Stunde habe ich wieder den Mut mich selbst dort hindurch zu foltern. Wovon ich da schreibe? Von der Parfümabteilung von Karstadt.

 

 

 

Im U - Bahnwaggon

Felix Karg
Im U - Bahnwaggon nach Schulschluss riecht es nach Döner und Backwaren, nach teurem Parfüm und billigem Deodorant, nach verschwitzten Leibern und fettigen Haaren, nach feuchten Kleidern und kotigen Schuhen, nach Ekel, Unruhe, Adrenalin. Im U - Bahnwaggon nach Schulschluss riecht es schlecht!

 

 

Kaffee

von Andrew McGuinness
Der frische Kaffee am morgen riecht schon, bevor man den ersten Schluck getrunken hat, nach Wärme und Geborgenheit. Nach dem ersten Lichtblick, nachdem man sich aus dem Bett quälen musste. Mit diesem herben, angenehmen Geruch in der Nase kann der Tag beginnen. Der Geruch von Kaffee ist bereits der erste Teil des täglichen Rituals.

 

Telefonkärtchen

Von Christian Bauer
Das Telefonkärtchen in meinem Federmäppchen trägt oberflächlich zunächst den Geruch von einer mit vielen alten Büchern gefüllten Bibliothek oder einem solchen Zimmer. Der zweite Eindruck aber hinterlässt in der Nase den Geruch vieler verschwundener Stifte. Der Graphit des Bleistifte tritt klar zum Vorschein, unter diesen Geruch mischt sich aber das Lösungsmittel des Filzstiftes.

 

 

Banane

Eva - Maria Rodriguez
Der Geruch einer Banane ist wie eine Reise in die Karibik. Sobald man den Bananenstrauch daheim in die Obstschale legt und sich der Duft der Banane mit dem Duft der Äpfel und Trauben vermischt, kommen in mir unwillkürliche Bilder hoch. Oh, dieser süße und weiche Schmeichler, der sich samtig ausbreitet, kann unmöglich gemalt oderadäquat mit Wörtern wiedergegeben werden kann . Es setzt lediglich Sehnsüchte frei. Meine Sehnsucht ist das Fernweh. Auf dieser Reise in Gedanken klettern kleine schwarze Kinder auf Bananenpalmen hoch und es gibt Dorffeste, bei denen die Eingeborenen Bastenröckchen tragen und wilde Tänze tanzen. Ach dass mein nächster Urlaub mich in die Karibik führe!

 

 

Urlaub

von Tea Damjanovic
Das salzig riechende Wasser des Meeres liegt in der Luft. Die Sonne, die auf der Haut brutzelt und der Geruch der süßlich wohlduftenden Sonnencremen, der durch den Wind verstärkt von Strand zu Strand getragen wird. Derstaubig riechende Sand des Strandes erwärmt von der Sonne. Und das wichtigste der Kokosnuss – Mann, der mit seinem fruchtig riechendem Obstkorb und seinem Urgeschrei den Strandabschnitt und deine Geschmackssinne unterhält. Ja so riechtUrlaub.

Informationen für Bewerber und Interessenten

Das Kolleg wird 50

– Jubiläums-Festakt und Schulfest am Mi, den 11. Juli 2012





Bei uns können junge Erwachsene, die bereits berufstätig waren, in drei Jahren die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erwerben, die zum Studium an allen Universitäten und Technischen Hochschulen berechtigt.


Aufnahme in den Vorkurs

Aufnahme in die 1. Jahrgangsstufe (E-Phase)
empfohlen wird:
  • eine Monitorauflösung von 1024x768 Pixel